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Zur ARTE-Sendung.Sommer in Orange.8: Gebannt folgt Amrita (Petra Schmidt-Schaller, Mi..) den Worten des gro§en Prem Bramana..© Roxy Film/Christian Hartmann.Foto: BR.Honorarfreie Verwendung nur im Zusammenhang mit genannter Sendung und bei folgender Nennung "Bild: Sendeanstalt/Copyright". Andere Verwendungen nur nach vorheriger Absprache: ARTE-Bildredaktion, Silke Wšlk Tel.: +33 3 881 422 25, E-Mail: bildredaktion(at)arte.tv; Rechte: © Roxy Film/Christian Hartmann

Sommer in Orange

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Sommer in Orange

Spielfilm Deutschland 2011

Bildformat: 16:9 Tonformat: Audioformat-Icon Stereo Freiwillige Selbstkontrolle: FSK12 12

Sendetermin: Sa 20.05.2017, 01.00 - 02.45 Uhr

Kurzinhaltstext

1980: Die Erleuchtung kommt nach Talbichl. Die Bhagwan-Anhängerin Amrita zieht mit ihren Kindern, der 12-jährigen Lili und dem 9-jährigen Fabian und mit ihrer Sannyasin-WG aus Berlin in die bayerische Provinz. Urschreitherapie und Vollkornschrot treffen auf Schützenverein und fest gefügte Horizonte. Während Amrita halb nackt indische Mantras singt, linst der erzkonservative Nachbar und Bürgermeister von Talbichl, für den die Sannyasins natürlich auch Verbindungen zur RAF unterhalten, fassungslos durch die Hecke. Dann beginnen die Sannyasins auch noch ein "Therapiezentrum" im Dorf aufzubauen und das ruhige Leben ist dahin.

Detailinhalt

Sommer 1980 in Berlin. Die 12-jährige Lili und ihr jüngerer Bruder Fabian leben mit ihrer Mutter Amrita in einer Kreuzberger Sannyasin-Kommune, die in leichten orangefarbenen Gewändern die spirituellen Weisheiten ihres indischen Gurus lebt. Als Siddharta, Amritas aktueller Freund, einen Bauernhof in Bayern erbt, beschließt die Kommune kurzerhand, aufs Land zu ziehen und im "Huberhof" in Talbichl ein Therapiezentrum aufzubauen.

Während die Erwachsenen damit beschäftigt sind, das Haus im Einklang mit der Natur herzurichten, müssen Lili und Fabian "mittelalterliche" Schulmethoden über sich ergehen lassen - mit Hausaufgaben und Tagesgebeten können die beiden Freigeister nichts anfangen. Doch Freiluft-Meditationsübungen und Kombucha-Pilzplantagen stoßen wiederum bei den Dorfbewohnern auf Entsetzen. Die traditionsbewussten Talbichler befürchten hinter den orange gekleideten Hippies eine gefährliche Sekte.

Die Kommune kümmert das wenig, zu groß ist die Freude über die gerade eingetroffene Nachricht, dass Prem Bramana, der charismatische "Cheftherapeut" ihres Gurus, ihnen höchstpersönlich einen Besuch abstatten will. Nur dass sich die kleine Lilli zwischen Tanz und Gesang zunehmend vernachlässigt fühlt, merkt dabei keiner. Von den Mitschülern wird sie gehänselt und beim Dorffest darf sie auch nicht mitmachen. Weil sich Lili nichts sehnlicher wünscht, als "normal" zu sein, tauscht sie für die Schule die orangefarbenen Pluderhosen gegen einen grauen Faltenrock und verspricht ihren Klassenkameraden eine konventionelle Geburtstagsparty. Auf dem Huberthof verläuft das Leben allerdings weiterhin alles andere als normal: Während Amrita halbnackt indische Mantras singt, linst der erzkonservative Nachbar und Bürgermeister von Talbichl fassungslos durch die Hecke. Als die Kommune schließlich samt Prem Bramana in das Dorffest platzt und Amrita ihre Lili in Dirndl und Zöpfen vorfindet, eskalieren Unverständnis und Vorurteil zu einer großen Schlägerei. Am Ende stellt sich nicht nur allein Lilli die Frage, wo sie eigentlich hingehört.

Langinhalt

"Sommer in Orange" ist eine Kulturclash-Komödie über jene Zeit, als Selbsterfahrung noch kein Mainstream und die bayrische Seele noch nicht lässig war. Die Story beruht auf den Kindheitserinnerungen der Drehbuchautorin Ursula Gruber und ihres Bruders Georg Gruber, die beide in einer Bhagwan-Kommune südlich von München aufwuchsen. "Bio-dynamische Massage, Encountergruppen und Tarot-Theater waren Alltag für uns, ebenso die schrägen Blicke der Nachbarn und Anzeigen wegen 'Bewohnen des Gartenhäuschens'. Ich wünschte mir nichts sehnlicher als Freunde im Dorf", so Ursula Gruber selbst über die Zeit in der Kommune.

Regisseur Marcus H. Rosenmüller machte die zwei Seelen, die in jeder Brust stecken, zum zentralen Thema des Films. "Die eine, die sagt: 'Müsste man nicht freier, liberaler, offener, wilder leben?' und die andere, die sagt: 'Regeln sind gut für mich'" (Rosenmüller).

Die Filmzeitschrift Cinema vergab eine Wertung von 75 Prozent für die "warmherzige Kulturclash-Komödie über eine esoterische Sekte und ihre obskuren Rituale" und schrieb: "Rosenmüllers Film besteht aus vielen liebevoll beobachteten Details und kauzigen Charakterzeichnungen. Das schrullige Gebaren der Sanyasin wird augenzwinkernd persifliert, ohne sie je der Lächerlichkeit preiszugeben."

Bei der Besetzung setzte Rosenmüller auf Petra Schmidt-Schaller, die beim Bayerischen Filmpreis 2007 als "überraschende Neuentdeckung" für ihre Rolle in "Ein fliehendes Pferd" (2007) gefeiert wurde und nach weiteren Auftritten wie in "Der Seewolf" (2008) und "Das geteilte Glück" (2011) ein bekanntes Gesicht des Fernseh- und Kinofilms geworden ist. Mit der Hauptrolle betraute er die 1997 geborene Amber Bongard, die neben diversen TV-Auftritten Rollen in großen Kinoproduktionen wie "Vier Minuten" (2007), "Die Päpstin" (2009) und "Effi Briest" (2009) spielte. In "Groupies bleiben nicht zum Frühstück" (2010) war sie als pubertierende Schwester Luzy auf der großen Leinwand zu sehen.

Der aus Bayern stammende Rosenmüller drehte für den Bayerischen Rundfunk mehrere Folgen der Dokureihe "Irgendwo in Bayern", bevor er 2006 seinen ersten Kinoknüller mit "Wer früher stirbt, ist länger tot" landete. Die Komödie war mit 1,8 Millionen Besuchern der Publikumserfolg des Kinojahres und erntete zahlreiche renommierte Preise, unter anderem den Bayrischen Filmpreis für die beste Nachwuchsregie und vier Lolas beim Deutschen Filmpreis 2007 für den besten Film, die beste Regie und die beste Filmmusik. Mit seinen Filmen hat Marcus H. Rosenmüller das Genre des Heimatfilms quasi wiederbelebt. Bayern ist der Dreh- und Angelpunkt seiner Filme, und das mit Humor und Charme, z.B. auch in "Schwere Jungs" (2007), "Beste Zeit" (2007) und "Beste Gegend" (2008).

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